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Weltensiedler

Michel in Kamerun

Danksagung

Mit der folgenden Danksagung möchte ich meinen Blog „www.olafpenke.de/weltensiedler” schließen. Ich will an dieser Stelle meiner Mutter, Beate Penke, danken, die nicht selten Texte überarbeitet und durchgesehen hat. Außerdem darf natürlich nicht der Administrator, allmächtige Blogwart und Maschinist Olaf Penke vergessen werden, der das stimmige und stilvoll elegante Layout der Seite entworfen und programmiert hat. Auch möchte ich seine Heckenschereneinsätze hervorheben, wenn ich mal wieder kläglich an einer ansehbaren Installation meiner Texte und Bilder im Netzt scheiterte. Im Schweiße ihres Angesichts haben diese beiden Menschen mir sehr geholfen, die ersten Schritte auf dem Weg eines womöglich werdenden Schreiberlings zu machen.

Nicht zuletzt gilt mein Dank natürlich auch Ihnen, den Lesern, die mich und meine Eitelkeit dank ihrer unvorhergesehen großen Zahl dazu zwangen weiter zu schreiben. Die höchste Popularität erreichte die Seite bei Ihnen im Juni und Juli mit jeweils über 4200 Aufrufungen. In der Summe schaffte sie es auf weit über 25.000 innerhalb von zehn Monaten. Ein solches Gegeninteresse und ein dergleichen großer Leserkreis waren jenseits meiner Erwartungen.

Ich danke Ihnen.

PS.: In kurzer Zeit wird ein Nachfolgeblog (www.gardden.de) online gehen. Ich würde mich freuen Sie im “Garten der Denker” begrüßen zu dürfen.

Schlusswort

Ich sitze an einem Schreibtisch. Die Oberfläche ist abgewetzt, Flecken haben sich hinein gegraben. Von draußen klopft der Regen ans Fenster. Bäche fließen die Scheibe herab. Die ganze Welt atmet Feuchtigkeit. Die Regenzeit hat bald ihren Höhepunkt erreicht.

Bereits vor einem Jahr saß ich an dieser Stelle und ließ die Gedanken in Richtung der Alten Welt schweifen. Gerade in Afrika angekommen, von dem Eindruck der Fremdartigkeit überschwemmt, wollte ich durch Texte, Bilder und Gedanken eine Brücke zur Heimat aufschlagen. Schreiben und Gedanken fließen lassen. Mir selbst Afrika reflektierend erarbeiten. Für ein Jahr als FSJler in einer fremden, unverständlichen Kultur leben und denken. Über Afrika und über mich.

Nun, das Jahr ist vorbei. Zeit, Resümee zu ziehen.

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Sein in Afrika

(Die folgenden Texte sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten - Beginn, Mitte und Ende - meines Kamerunaufenthaltes entstanden, jedoch als Einheit zu sehen. Sie haben keinen Anspruch auf Originalität oder einen tieferen Sinn, sondern zeigen mit welchen Schwierigkeiten „Mensch” zu kämpfen hat, wenn er fürchtet, sich in einem fremden Land zu verlieren. Die drei Stufen von Ablehnung, distanzierter Bewunderung und kritischer Selbstreflexion sind deutlich herauszulesen. Ich distanziere mich vom Grundtenor des ersten Textes, möchte aber so ehrlich sein zu sagen, dass dies meine Gedanken am Anfang meines Freiwilligenjahres waren. Man mag über den offensichtlichen Kulturschock lächeln, damit zugleich aber die Kraftanstrengung zu seiner Überwindung verkennen.)

Tod in Afrika

Kein Land der Welt ist wie Afrika.

Afrika ist kein Kontinent der Länder, der Nationen. Es ist ein Chaos der Völker, Stämme, Clans und Ethnien. Hier sind alle Brüder. Und Kain erschlägt Abel. Und Abel Kain. Nie wird ein Mensch, der nicht hier geboren ist, ein Europäer, ein Amerikaner dieses Land begreifen. Nie. Wir können es beschreiben, es vermessen und versuchen zu erklären, doch nie werden wir auch nur annähernd verstehen, was Afrikaner bewegt.

Diese Länder werden von Angst regiert. Von Terror, von Hunger und Krieg. Afrika wird jeden Morgen neu geboren und seine Leiche verwest am Nachmittag im Straßengraben. Es ist die Wiege der Menschheit, Eden, und es ist das wildeste, roheste und brutalste Paradies auf Erden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wer ist eigentlich Chantal Biya?


Wer sich im vergangenen Jahr, am vierzehnten November, am Place Fontenoy in Paris die Beine vertrat, musste wohl nicht schlecht gestaunt haben, als vor dem Sitz der UNESCO aus einem schwarz, betont unauffälligem Mercedes ein Wesen entstieg, dass aus einer anderen Welt zu kommen schien. Eine feuerrote, turmhohe Mähne umschloss das ein wenig runde Gesicht, in das jemand mit viel Grazie perfekt gezupfte Brauen und einen Mund implantiert hatte, der mit seiner roten Warnfarbe gleichzeitig ‚Küss mich’ und ‚Made in OP’ zu sagen schien. Zudem stöckelte das Wesen so zielstrebig auf das Eingangsportal der ‚United Nation Education, Scienes and Culture Organisation’ zu, dass man meinen mochte, es wäre ihre Gartenlaube, zumindest aber, ein von ihr gestiftetes Wohnheim für bedeutungslose Bürokraten. Dabei legte sie einen Gang an den Tag, der wohl aus einer Vanity Fair ausgeschnitten seien musste. Kurzum, der verwirrte Schaulustige kam nicht umhin, sich zu fragen, wer dieses propere, haarige Ding denn seien möge? Diesen Beitrag weiterlesen »

Von einem, den ich ich nenne

Am 24. Juni, einem Tag, an den ich mich nur noch verschwommen erinnere, brachten mich einige Freunden, die es nicht mehr hatten mit ansehen können, ins Krankenhaus im Stadtteil Cité Verte von Yaoundé. Der einstöckige heruntergekommene Bau, an dessen Eingang den Besucher zwei massive, eiserne Torflügel begrüßen, verhielt sich anfangs ein wenig abweisend. Nachdem jedoch einer meiner Freunde mir mit einem Geldschein Eintritt verschaffen hatte, erklärte man sich bereit, mir ein Zimmer zu überlassen.

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Einen King braucht es !

Neonarzius antiimigrantus ist eine Krankheit. Sie befällt das Gehirn und vermindert Denk- und Gedächnisleistung. Betroffene können sich oft an selbst markante, geschichtliche Daten wie den Holocaust nicht mehr erinnern. Zum Ausgleich erfolgt eine vermehrte Hormonausschüttung. Testosteron und Adrenalin fördern asoziales, aggressives Verhalten, sodass der Befallene der Halluzination anheim fällt, er müsse Jagd auf andere Menschen machen.

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Ooh, welch Märtyrer!

„Wir müssen das Morden stoppen!“, haucht Angelina Jolie, den Tränen nahe, in die Kamera. Auf ihren Knien ein schwarzer, kleiner Junge mit Hungerbauch. Dann fährt sie fort, das Böse dieser Welt an den Pranger zu stellen. An ihrer Seite Brad, vor dem ebenso kein Flüchtlingslager in den weiten afrikanischen Landen sicher ist. Derweil trauert Georg Cloony im Darfur, Grönemeyer um Ruanda und Salma Hayek nährt - man staune! - ein fremdes, weil schwarzes, Kind an der eigenen Brust. Eine spontane Entscheidung, wie sie später vor Rührung sagen wird.

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Die spinnen, die Europäer!

Vor wenigen Tagen erzählte mir ein Freund von zwei Begebenheiten, die einem seiner Onkel passiert seien, als dieser aufgrund von Geschäften in Europa weilte. Ich gebe diese wortgetreu und ohne Zusätze wieder.

Besagter Onkel speiste eines Tages in einem Restaurant. Er bestellte sich ein Hühnchen, die er an der deutschen Küche am meisten liebte. Vor allem bevorzugte er es nach dem Verspeisen die dünnen Knochen aufzubrechen und das Mark genüsslich herauszuschlürfen.

Nach einer Weile kam der Kellner an seinen Tisch und bat ihn dieses zu unterlassen.

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Banani wa’i dunyaru

Marie bückte sich und ordnete Bananenblätter. Mit einer dünnen, spröden Schnur zog sie das Bündel zusammen und hob es sich sie auf den Kopf. Ein wenig unsicher unter dem Gewicht wankte sie zur Tür. Dann hatte sie sich gefangen und trat auf den sonnenüberfluteten Hof. Einige Eidechsen, die zuvor in der Sonne gebadet hatten, huschten davon. Ansonsten war der Platz verlassen. Um die Leere zu füllen, die Maria trotz des warmen Tages in ihrem Herzen verspürte, begann sie leise zu singen. Selbst sie musste ein wenig lächeln ob des schweren Liedes, das sie dem schönen Morgen anvertraute.

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Guss der verlorenen Form

Sie starrt mich an. Ein schwarzes Gesicht, krauses Haar. Die gedrungenen Augenwülste misstrauisch gerunzelt. Ihre weißen Zähne sind aggressiv gebleckt, als wolle sie sich im nächsten Moment auf mich stürzen.

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