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Weltensiedler

Michel in Kamerun

Archive for März, 2009

Besteigung des Kamerunberges (Reisebericht)

Der Mount Fako, „Berg der Götter“, wie ihn die Bakweri, der Stamm am Fuße des Berges nennt, ist Teil einer Vulkankette und erhebt sich über der Küste Biafra im Westen Kameruns. Einst lebte dort ein Mann, halb Stein, halb Mensch. Der Gott Ebassamoto, der von seiner Ehefrau, der Meeresgöttin Nalowa verlassen wurde. Aus Gram türmte er den Berg auf und verbarg sich vor ihr und der Welt. An den Hängen errichtete er einen herrlichen Garten, voller Früchte und Blumen und von wunderschönen Gewächsen bewuchert. Jeder, der den Berg bestieg, durfte von Ambrosia und Mana kosten. Nur wenn er die Gaben mit ins Tal hinab nahm, zürnte Ebassamoto. Feuer schoss aus dem Berg und verbrannte das Land. Dies war der Zorn des Berggottes, so lautet die Sage von Ebassamoto.

Blick vom Mount Cameroun

Blick vom Mount Cameroun

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Polizeigewalt und Staatsterror für Papst und Kirche

Am Vormittag des 04.03.2009 marschiert Polizei und Gendarmerie im Zentrum von Yaoundé, der Hauptstadt von Kamerun, auf. In dem vergessenen, zentralafrikanischen Staat, der von einem machtverliebten, korrupten Präsidenten und einem autoritärem Staatsapperat beherrscht wird, ein bedrohlicher Anblick. Gepanzerte Fahrzeuge schieben sich durch die Massen und richten ihre Wasserwerfer bedrohlich auf die Menge. Der Markt in der Innenstadt soll anlässlich eines Staatsbesuches aufgelöst werden. Die Uniformierten reissen die Stände der Straßenhändler nieder, brechen den Beton der Ballustraden auf. Jagen tausende Menschen auseinander und verbreitet Angst und Furcht. Bettelnd und händeringend stehen die Händler vor den knüppelschwingenden Gendameristen ihre Auslage, ihre wenige Habe zu verschonen. Doch wenige Stunden später ist der Markt bei « Centre Ville » fluchtartig verlassen, die « Avenue Kennedy » ein Trümmerfeld. Gendarmerie und Polizei in Zivil kontrollieren die Straßen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sein Name war Shague …

Auf dem Weg von Kribi nach Yaoundé hatte unser Bus eine Panne. Nichts ungewöhnliches in Afrika. Unsere Fahrt verzögerte sich um etwa zwei Stunden.

Wir hockten im Schatten einer windschiefen Hütte, um den Sonnenspeeren vom Himmel zu entgehen. Wir, das waren zwanzig schwarze Passagiere, sechs nassa, Weisse, und ein kleiner Junge von vielleicht drei Jahren. Ich holte mir von einem Strassenverkäufer eine Flasche von selbsthergestelltem Saft. Nippte ein wenig an ihr. Stand in der Sonne herum.

Da schaute mich der Knirps an.

Und grinste. Diesen Beitrag weiterlesen »

Weißes Leid und schwarzes Leid

(Dieser Text entstand zu einem früheren Zeitpunkt meines Auslandsaufenthaltes. Ich möchte ihn dennoch veröffentlichen, distanziere mich jedoch in einigen Punkten von ihm.)

„Die Würde des weißen Menschen ist unantastbar!“

Wir können noch so viel darum herum reden. Wir können es beschönigen. Doch es bleibt dabei. Die Farbe der Haut teilt ein. In weiß und schwarz. In wertvoll und entbehrlich. Eines Tages werden die Bilder von Millionen gemordeter, verstümmelter, gequälter, vergewaltigter, zerhackter, verbrannter, aufgehängter, schwarzer Menschen dem Bild eines getöteten Weißen weichen. Ein Sturm der Entrüstung wird durch den Westen fegen, wird hinfort waschen das langweilige Palaver über Friedensmissionen und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. In seinem Kern wird sich der Westen angegriffen fühlen, wird sich zornentbrannt erheben. Tabubruch. Ungeheuerlichkeit und unmenschliche Grausamkeit wird plötzlich entdeckt werden. Nur waren sie vorher schon lange da. Wir haben nur nicht hingesehen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ein Wilder unter uns …

(Diese Geschichte hat sich in Deutschland ereignet und ist mir über eine Ecke zu Ohren gekommen. Sie ist künstlerisch ausgeschmückt und auch durch die Figur des jungen, blassen Mannes erweitert. Ansonsten handelt es sich bei den Ereignissen jedoch um authentische.)

An den langen Tischen in der Versammelungshalle haben sich die Mitarbeiter der Firma eingefunden. Heute sind alle versammelt, einem Gastvortrag zu lauschen. Ölbohrtechnik. Das Neueste vom Neuem. Kalbsbraten und Sauerkraut warten auf die Gäste. An einem der hinteren Tische sitzen einige Herren versammelt. Zwei Herren in Grau aus den höheren Chefetagen, ein Herr in blauem Anzug und einer schlecht sitzende Kravatte. Daneben ein Afrikaner in unscheinbarem Aufzug, ein wenig verloren. Neben ihm ein weiterer unsichtbarer junger Mann. Augenscheinlich Deutscher. Schliesslich wird aufgetragen. Das Kalbsfleisch ist zart, das Sauerkraut reichlich. Die Herren langen ohne Zögern zu. Man feiert sich heute selbst. Dazu gibt es gutes, dunkles, deutsches Bier. Kräftig und den Geist belebend. Das Gespräch wird lebhafter, lauter, während der Afrikaner und der blasse junge Mann daneben in ihr Sauerkraut starren. Schliesslich überwindet sich der Herr mit dem blauen Anzug und der schlecht sitzenden Kravatte und schwengt das Bierglas herum. Seine kleinen Äuglein blitzen über den Tisch. Diesen Beitrag weiterlesen »